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Beginenhaus: Verein will ab 2013 sanieren

Denkmal: Nun sollen Spenden gesammelt werden
[Allgäuer Zeitung, 3. Februar 2011]

 

Kempten – Die einen nennen es schlicht „Schandfleck“, andere sprechen von einem großartigen Haus“ und einem wahren „Schatzkästlein“. Schon seit Jahren wird nun darüber diskutiert, wie es mit dem historischen Beginenhaus weitergehen könnte. Der Förderverein, der sich um den Erhalt des im ältesten Teil 650 Jahre alten Altstadtgebäudes kümmert, würde gern ein „Haus der Buchkultur“ einrichten. Wie berichtet, könnte darin der historische Buchbestand der Stadt Kempten, der derzeit im Keller der Stadtbibliothek lagert, untergebracht werden. Allerdings müsste das Beginenhaus zunächst saniert werden – rund drei Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Woher soll das Geld kommen?

Laut Bernadette Mayr vom Förderverein wolle man in der nächsten Zeit verstärkt Spenden für die Sanierung sammeln. Denn eine Million Euro versuche der Verein selbst aufzubringen, damit die Arbeiten überhaupt losgehen können. Eine nicht ganz einfache Aufgabe, räumt Mayr ein. Denn aktuell verfüge der Verein gerade mal über 30 000 Euro. Hoffnung habe sie dennoch – vor allem weil (wie berichtet) die Deutsche Stiftung Denkmalschutz 2012 einen ordentlichen Batzen zugeben will. Vorsichtig geschätzt könne der Verein damit bereits die halbe Million erreichen. „Es wäre schön, wenn wir 2013 das Gerüst bestellen könnten“, meint Mayr. Wobei natürlich die Stadt mitziehen müsse.

Auch Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer erklärt: „Die Stadt wird etwas tun müssen.“ Ergänzt jedoch gleich „Es wird aber nur funktionieren, wenn sich die Bürger engagieren – zum Beispiel wie damals bei der Villa Viva“. Mitte der 90er Jahre hatte es für die Schnitzer-Villa in der Füssener Straße eine große Spendenwelle gegeben. Dadurch konnte der Verein Körperbehinderte Allgäu seine Therapieeinrichtung für Schädelhirnverletzte einrichten. Die Stadt übergab das marode Haus – dessen Sanierung ihr selbst damals zu teuer war – zunächst auf 25 Jahre in Erbpacht an den Verein.

Im Bezug auf das Beginenhaus lobte Netzer das Engagement des Fördervereins. Er habe außerdem das Gefühl, den Kemptenern werde das Haus immer wichtiger.

Das Gebäude
Der Gebäudekomplex ist seit 650 Jahren mit der Geschichte Kemptens verwoben. Die Häusergruppe besteht aus dem Beginenhaus in der Burgstraße und dem Nonnenturm im der Burghaldegasse. Verbunden sind beide durch einen größtenteils modernen Zwischenbau. Die Häuser stehen seit 25 Jahren leer und befinden sich seit 2005 wieder im Besitz der Stadt.

 

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Allgäuer Zeitung.

 

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Februar 2011