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Prominenter Besuch aus der „Lindenstraße“

Benefizabend. Marie-Luise Marjan interessiert sich für das Beginenhaus
[Allgäuer Zeitung, 10. September 2007]

Kempten |mor| Das Beginenhaus Kempten hat einen neuen Fan: Marie-Luise Marjan, vielen bekannt als „Mutter Beimer“ aus der Fernsehsendung Lindenstraße, zeigte sich vom Benefizabend zum 650-jährigen Bestehen des altehrwürdigen Kemptener Stadthauses begeistert. Als nun berühmtestes Mitglied im Förderverein meinte sie: „Das müssen wir unbedingt wiederholen.“

Bei einem Kurzurlaub nutzte die Schauspielerin auch den Tag des Denkmals, um sich Nonnenturm und Beginenhaus anzuschauen und meinte: „Wieder einmal sind es Frauen, die solche Kleinode entdecken und bewahren möchten“. Marjan signalisierte nicht nur ihre persönliche Unterstützung, sondern gab Tipps, wie die Verantwortlichen noch mehr das Interesse für dieses Kleinod wecken könnten.

Insgesamt brachte der Jubiläumsabend im Müßiggengelzunfthaus einen Erlös von rund 750 Euro. Musik aus der Renaissancezeit – unter anderem von Franz Xaver Richter mit der „flauto dolce“ (Flöte), Querflöte und Klavier, kurzweilige Lesungen aus der historischen „Cronica“ des Kemptener Konventherren Hartmann Nothfest, amüsante Plaudereien beim Genuss von Beginentalern und weiteren anderen Spezialitäten ließen den Benefizabend insgesamt zu einer gelungen Veranstaltung werden.

Inhaltlich gestaltet wurde der Abend von den Musikeren Solveig Fiederling und Priti Schlubach sowie Swetlana Lang (Piano). Johanna Spreitler gab Auszüge aus der alten Cronica zum Besten, darunter auch drei Geschichten zu der „berühmtesten“ Kemptenerin Hildegard, ihres Zeichen Ehefrau von Karl dem Großen. „Noch heute gibt es in Kempten viele offene und auch versteckte Hinweise auf diese Persönlichkeit“, schlug Birgit Kata, Vorsitzende des Fördervereins, den historischen Bogen über das Beginenhaus hinaus.

 

Aufschluss über Entstehung

Die Jahresringe der Bauhölzer hätten bei den den chronologischen Untersuchungen Aufschluss über die Entstehungszeit des Beginenhauses gegeben, klärte Kata zudem die mehr als 70 Besucher dieser Veranstaltung auf. Sie verwies nochmals darauf, dass das mittelalterliche Kleinod 1357 eines der wenigen zweigeschossigen Steinhäuser war. „Normal waren zu jener Zeit eingeschossige Fachwerk- und Holzhäuser,“ so Kata. Zwischen 1584 und 1586 erhielt das Beginenhaus dann seine prächtige Ausstattung und wurde weiter ausgebaut. Insgesamt bewohnt war das Haus in der Zeit von 1357 bis 1984.

Der Förderverein Beginenhaus Kempten will nun bekanntlich das mittelalterliche Beginenhaus-Gebäudeensemble wieder zu einem attraktiven Anziehungspunkt machen. Nach ersten Schätzungen soll die Sanierung rund 2,5 Millionen Euro kosten.

 

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Allgäuer Zeitung.

 

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11. September 2007