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Stadt will Beginenhaus zurücknehmen

Damit soll der Weg einer öffentlichen Förderung und Sanierung frei werden – Unterstützer-Verein sammelt bereits Spenden (sf)
[Allgäuer Zeitung, 2. April 2004]

Die Stadt will das Beginenhaus, das noch im Besitz der Firma Dobler ist, wieder zurücknehmen. Eine „grundsätzliche Bereitschaft“ dazu signalisierte jetzt Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer dem Förderverein, der das denkmalgeschützte Gebäude in der Burgstraße sanieren und in ein Frauen-Zentrum umwandeln will.

Zur Vorgeschichte: Die Kaufbeurer Baufirma Dobler hatte 1989 das Beginenhaus von der Stadt übernommen und wollte das Gebäude aus dem 14. Jahrhundert auch sanieren. Allerdings scheiterten mehrere Anläufe: Dobler und Landesdenkmalamt konnte sich nicht einigen. Zu groß waren den Denkmalpflegern die Eingriffe, die die Firma vornehmen wollte.

Warum der Sanierungsversuch der Baufirma nicht klappte, ist für die Historikerin Birgit Kata, Vorsitzende des Fördervereins, klar: „Das Haus sollte der geplanten Nutzung angepasst werden.“ Und damit wäre ein großer Eingriff in die Bausubstanz verbunden gewesen, der viel von den historischen Werten zerstört hätte. Den umgekehrten Weg will der Förderverein gehen: „Wir wollen die Bausubstanz so wie sie ist weitgehend erhalten und die Nutzung den Gegebenheiten anpassen“.

Die Pläne stoßen bei den Denkmalpflegern und der Stadt auf Zustimmung. Doch jetzt geht’s ums Geld. So will der Förderverein für die rund zwei Millionen Euro teure Sanierung (Kata: „Das ist realistisch“) mehrere Fördertöpfe anzapfen: Städtebauförderung, Landesamt für Denkmalpflege und private Stiftungen. „Das geht aber nicht, wenn das Beginenhaus im Privatbesitz einer Firma ist“, weiß Kata, die im Kemptener Stadtarchiv arbeitet. Deshalb sei es notwendig, dass die Stadt das Gebäude wieder zurücknimmt.

Die „grundsätzliche Bereitschaft“ dazu hat OB Netzer dem Förderverein in einem Brief erklärt. Baureferentin Monika Beltinger sieht auch kein rechtliches Problem darin. Denn die Firma Dobler habe die vertraglich vereinbarte Frist für die Sanierung samt Verlängerung bereits verstreichen lassen.

Wie geht’s jetzt weiter? Wenn die Stadt wieder im Besitz des Beginenhauses ist, will der Förderverein, dem derzeit rund 50 Mitglieder angehören, laut Kata zunächst ein Bau-Gutachten veranlassen. 15000 – 20 000 Euro seien dafür nötig. Nach Abzug der öffentlichen Förderung und von Eigenleistungen, die die Mitglieder erbringen, muss der Förderverein etwa noch 5000 Euro selbst aufbringen. Dafür werden bereits kräftig Spenden gesammelt. Danach soll die Sanierung in etlichen Schritten erfolgen.

 

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Allgäuer Zeitung.

 

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17. Januar 2005