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Suche nach historischen Schätzen

Im Wahlfach „Geschichtswerkstatt“ untersuchen Schüler das Beginenhaus
[Kreisbote, 29. Dezember 2010]

 

Kempten – Auf dem Stundenplan der Realschule an der Salzstraße steht dieses Schuljahr einmal pro Woche das Wahlfach „Geschichtswerkstatt“: Insgesamt neun geschichtsbegeisterte Schüler widmen sich gemeinsam mit den Geschichtslehrern Martin Schmid und Britta Fischer dem altehrwürdigen Beginenhaus in der Burgstraße.

Initiator des Projekts ist die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unter dem Motto „Denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule“. Hier geht es darum, dass Schüler die Geschichte in den Bauwerken entdecken und die Bedeutung von Kulturdenkmälern kennen lernen. Die Schulen werden nicht nur finanziell unterstützt, sondern im Vordergrund stehen vor allem der Austausch und die Präsentation einzelner Denkmäler. Laut Schmid ist die Realschule zu dem Projekt „wie die Jungfrau zum Kinde“ gekommen: Aufgrund einer Anfrage einer anderen Schule wurde der Geschichtslehrer auf das Projekt aufmerksam und bewarb sich.

Vorher musste natürlich noch ein Denkmal gefunden werden und Experten, die die Schülergruppe unterstützen wollen. Dank der Mithilfe von Birgit Siegmund von der Kemptener Denkmalschutzbehörde stand schnell fest, dass das Beginenhaus in der Burgstraße mit dem dazugehörigen Förderverein ein perfekter Partner ist. Nach der Genehmigung durch „Denkmal aktiv“ traf sich Martin Schmid in Bamberg als Vertreter der Realschule Kempten und des Beginenhauses mit allen Teilnehmern des Projekts.

Der regelmäßige Kontakt zum Förderverein war schnell gefunden und schon konnte es losgehen: Nach einer ersten Informationsveranstaltung in der Realschule sammelten sich bald eifrige „Nachwuchs-Archäologen“ um die beiden Lehrkräfte. „Für uns Geschichtslehrer ist das eine einmalige Gelegenheit, den Kindern das als trocken und verstaubt geltende Fach anders zu vermitteln“, so Schmidt.

Doch staubig sollte es immer noch sein, wie die Schüler bald mitbekommen sollten: Jeden Donnerstagnachmittag siebte die Schülergruppe unter Anleitung von Bernadette Mayr und Ursula Breitinger vom Förderverein im Bauschutt nach „verborgenen Schätzen“. „Das Graben gefällt mir am besten, weil man immer etwas Tolles findet“, meint Sechstklässler Timo. Jeder Fund wird von allen neugierig beäugt, ob es sich nun um Teile eines Mäuseskeletts oder ein gestanztes Lederband handelt. Besonders stolz war der Schüler Jannis auf seine Entdeckung: „einen Porzellanhenkel einer Tasse findet man nicht jeden Tag“.

Aufmerksamkeit erregen
Aber das Sieben sollte nicht das einzige Ziel des Projekts sein. Die Schüler haben sich auch vorgenommen, möglichst viele Menschen auf das Beginenhaus aufmerksam zu machen. Dazu wurde am 15. Dezember in der Fußgängerzone ein Informationsstand aufgebaut, an dem sich Passanten nicht nur über das Denkmal informieren konnten. Neben Plätzchen und Fotopostkarten mit Motiven des Beginenhauses konnte man auch Originalsteine des Beginenhauses gegen eine Spende erwerben. Auch für die Kleinen war einiges geboten: Durch den richtigen Dreh beim Glücksrad konnte man Preise gewinnen, vorausgesetzt, sie beantworteten die Frage zum Beginenhaus richtig. Die „Geschichtswerkstattler“ Marc und Fabian waren mit der Resonanz zufrieden: „Meistens waren die Menschen interessiert an dem was wir machen – auch wenn es geschneit hat und sehr kalt war.“ Sehr zufrieden waren die Beteiligten mit dem Erlös von 110,- Euro, der dem Förderverein Beginenhaus übergeben wurde.

Für die nächsten Monate sind noch einige Aktionen geplant, unter anderem das Abpausen eines Deckengemäldes und eine Ausstellung in einer Buchhandlung. ein weiteres Treffen aller am Projekt teilnehmenden Schulen wird im Frühjahr stattfinden, mit dem Unterschied, dass nun auch die Mitglieder der Realschul-Geschichtswerkstatt „ihr“ Beginenhaus vertreten werden dürfen. (kb)

 

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Kreisboten.

 

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Dezember 2010