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Großes Interesse

"Tag des offenen Denkmals" wird gut angenommen
von Christine Tröger [Kreisbote, 17. September 2008, S. 2]

Kempten - Auf große Resonanz ist die bundesweite Aktion "Tag des offenen Denkmals" vergangenen Sonntag in Kempten gestoßen. Dicht drängten sich die Besucher trotz wenig einladender Temperaturen an den zahlreichen historischen Stätten, die zum diesjährigen Thema "Vergangenheit aufgedeckt - Archäologie und Bauforschung" interessant Einblicke, Führungen und Mitmach-Angebote für Kinder bereit hielten. So konnte beispielsweise das Beginenhaus, wo diesmal die legendären Beginentaler in dem Raum serviert wurden, wo später einmal ein richtiges Cafe eingerichtet werden soll, mit einigen neuen Details aufwarten.

Da der Nonnenturm innerhalb des Gebäudeensembles für größere Besucherströme noch nicht begehbar ist und deshalb an diesem Tag geschlossen bleiben musste, durfte der KREISBOTE bereits am Vortag einen Blick hineinwerfen. Eine der Besonderheiten im Erdgeschoß sei die Außenmauer, die zugleich "das einzige erhaltene Stück Stadtmauer mit Wehrgang innerhalb eines Gebäudes ist", erläuterte Bernadette Mayr vom Förderverein Beginenhaus. Vermutlich sei der Wohnraum aber zumindest durch eine Bretterwand davon abgetrennt gewesen.

Im ersten Stock lenkte sie den Blick auf die Reste einer spätmittelalterlichen Bohlenstube, einem holzverkleideten Wohnraum. Davon finden sich gleich drei im zweiten Obergeschoss, die zum Teil an Wand und Decke mit mehrfarbigen Rosetten und Rauten bemalt sind. "Nach der mittelalterlichen Schwesternschaft wurde das Haus von reichen Patrizierfamilien bewohnt" erklärte Mayr, die sich auf Kinderführungen im Gebäude spezialisiert hat. Die beachtliche Kochstelle mit begehbarem Kaminabzug deute auf eine frühere Nutzung als Großküche hin, meinte sie und wies darauf hin, dass hier auch Reisende Obdach gefunden hätten.

Erhalten sind auch einladend wirkende Sitznischen an zwei großen Süd-Fenstern. Dagegen seien von dem grün glasierten Kachelofen, der hier bis in die 1990er Jahre gestanden habe, nur noch "ein paar Scherben gefunden worden". Leider wisse man nicht, wohin der Ofen verschwunden sei. Zum Abschluss krönt ein imposanter, original erhaltener Dachstuhl das Gebäude. Ein Teil des Nonnenturms soll laut Mayr als Museum eingerichtet werden (...).

 

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Kreisboten.

 

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29. September 2008