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„Ein Anstrich allein wäre hinausgeworfenes Geld“

Beginenhaus-Förderverein verweist auf komplexe bauliche Probleme – Hoffnung auf Mittel aus Städtebauförderungn

[Allgäuer Zeitung, 2. Dezember 2011]

 

Kempten (se) – Ein neuer Anstrich für das sanierungsbedürftige Beginenhaus war ein Wunsch im Finanzausschuss (wir berichteten). Doch daraus dürfte so schnell nichts werden. Statik, Denkmalschutz und nicht zuletzt das liebe Geld spielten in das Thema mit hinein, heißt es vom Förderverein Beginenhaus. Die Verantwortlichen hoffen, dass im kommenden Jahr die Fördersituation endlich geklärt werden kann.

Das wenig einladende Äußere des denkmalgeschützten Ensembles in der Burgstraße hatten mehrere Stadträte kritisiert. Im aufwendig hergerichteten Straßenzug am Eingang zur Altstadt erscheine das Beginenhaus als wunder Punkt. Deswegen war die Idee aufgekommen, wenigstens die Außenhaut zu verschönern.

Ein neuer Anstrich auf dem schadhaften Zementputz allein wäre allerdings in den Augen der Experten vom Förderverein hinausgeworfenes Geld. „Da hängen unter anderem Fragen zur gesamten Statik dran“, erläutert Architektin Christine Schmidt. Würde nach einer Bemalung mit der notwendigen Dach- und Fenstersanierung begonnen, wären die Fassadenarbeiten wieder hinüber. Und aus denkmalpflegerischer Sicht müsste die provisorische Farbgebung dann wieder teuer abgekratzt werden, wenn die Außenwand ihr endgültige Konservierung und Gestaltung erhält. Die vorgesehene Rekonstruktion der Renaissance-Fassung zeigt das Banner, das am Beginenhaus hängt.

Rund drei Millionen Euro sind für die Sanierung des Ensembles nötig, sagt Vereinsvorsitzende Birgit Kata. Jeweils eine Million für jeden der drei Bauabschnitte: Der erste umfasst das Beginenhaus, der zweite den Neubau des Zwischentraktes zur Erschließung der historischen Gebäude und der dritte den Nonnenturm an der Burghaldegasse.

Die Finanzierung soll aus verschiedenen Töpfen zusammenfließen. „Nächstes Frühjahr sind Gespräche mit der Regierung anberaumt, ob das Areal unter der Burgstraße wieder als Sanierungsgebiet ausgewiesen werden kann“, erklärt Kata. Denn würden Gelder aus der Städtebauförderung hereinkommen. Von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ist bereits ein „höherer sechsstelliger Betrag“ zugesagt. Aus dem Entschädigungsfonds des Landes stünden ebenfalls Mittel bereit.

„Stadt mit im Boot“

Der Förderverein sammelt eifrig Spenden mit dem Ziel, eine möglichst hohe Summe beizusteuern. Parallel laufen die bauvorbereitenden Arbeiten in den Häusern. Bislang wurden vom Förderverein fast 100 000 Euro an Spenden und Zuschüssen für den Erhalt der wertvollen Bausubstanz investiert. Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer hat zuletzt im Frühjahr betont, dass auch die Stadt als Eigentümer des Ensembles mit im Boot sitze. Von deren Engagement hingen weitere Fördergelder ab, sagt Kata, die der schäbigen Ansicht zur Burgstraße auch Positives abgewinnen kann: „So gerät die notwendige Sanierung des Beginenhauses wenigstens nicht in Vergessenheit“.

Im Zeitplan des Fördervereins spielt das Jahr 2013 eine wichtige Rolle: Wenn bis dahin genügend Geld bereit steht, soll mit der Sanierung des Beginenhauses begonnen werden.

 

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Allgäuer Zeitung.

 

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Dezember 2011