zur Startseite

Denkmalstiftung fördert Beginenhaus

Besichtigung: Professor Kiesow kündigt hohe Beteiligung an – Drei Millionen Baukosten
[Allgäuer Zeitung, 1. Februar 2011]

Kempten - Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz steigt beim Beginenhaus in der Burgstraße ein. Bei einen zweitägigen Besuch in Kempten kündigte Professor Dr. Gottfried Kiesow an: „Wir haben einen hohen sechsstelligen Betrag für 2012 eingeplant“. Beim Ortstermin wurden auch konkrete Zahlen bekannt. Die Sanierung wird nach aktuellen Schätzungen drei Millionen Euro kosten. Deutschlands oberster Denkmalschützer war auf Einladung des Lions Club Kempten an die Iller gekommen. Die Historikerin Birgit Kata führte ihn bis in die hintersten Winkel vom Beginenhaus und Nonnenturm. Anschließend schwärmte Kiesow von einem „großartigen Haus“.

Als Kuratoriumsvorsitzender seiner Stiftung sagte er eine Förderung für das „Schatzkästlein aus Mittelalter und Renaissance“ zu. „Das ist beispielgebend, wie der Förderverein das Gebäude ehrenamtlich erforscht hat.“ Dabei erkannte er auch die statischen Probleme des Hauses und seine Baugeschichte im 20. Jahrhundert: „Der moderne Teil muss raus“. Er sprach mit Kata über die Nutzung als Haus der Buchkultur: „Kultur alleine trägt sich nicht, da könnte auch wieder eine Gaststätte im Erdgeschoß einziehen“.

Der langjährige Vorsitzende der Stiftung bezeichnete das Beginenhaus als große Bereicherung für Kempten und wünschte sich, dass hier viele Ehrenamtliche und Pensionäre bei Bau und Betrieb mit anpacken. Bei der Sanierung kann er sich auch den Einsatz der Jungendbauhütte Regensburg vorstellen. Dort lernen Jugendliche zwischen 16 und 26 Jahre alte Handwerkstechniken und schauen Architekten und Planungsbüros über die Schulter. In Seminaren werden Stil- und Materialkunde sowie Forschungs- und Arbeitsmethoden vermittelt.

Kiesow ist bekannt für seinen Einsatz für den Erhalt historischer Bauwerke quer durch Deutschland. Das Allgäu und Kempten waren bislang weiße Flecken für ihn. Umso mehr war er von der Vielfalt der Baudenkmäler überrascht. Er fand vor allem den Schauraum der Erasmuskapelle gut gemacht: „Das ist endlich eine Darstellung, die auch Laien verstehen“.

Für das Beginenhaus gab er Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer klare Empfehlungen: Die Sanierung funktioniere nur mit städtischer Unterstützung. Kiesow regte an, die Sanierung in Bauabschnitten mit viel Eigenhilfe zu leisten. Außerdem sollte eine Treuhand-Stiftung gegründet werden, in der Zustiftungen und Nachlässe gebündelt werden können. Netzer versprach ein ähnliches Engagement wie einst bei der Villa Viva. (li)

 

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Allgäuer Zeitung.

 

« zurück zur Übersicht Pressespiegel

Februar 2011