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Beginenhaus Förderverein stellt bei Rundgang Nutzungsvorschläge vor

[Allgäuer Zeitung, 7. August 2007]

Kempten |mor| Seit 2003 hat sich der Förderverein Beginenhaus zum Ziel gesetzt, das altehrwürdige Gebäude wieder mit Leben zu erfüllen. Ihre Ideen stellten Birgit Kata, Bernadette Mayr, Renate Domin und Ilka Knöpfel jetzt bei einer Besichtigung vor Ort OB Dr. Ulrich Netzer und dem Kemptener Stadtrat vor.

2,5 Millionen Euro soll die Sanierung des Ensembles Beginenhaus/Nonnenturm mit Zwischentrakt und Innenhof kosten. Insgesamt bietet der Gebäudekomplex mit dem Zwischentrakt eine Nutzungsfläche von 1000 Quadratmeter. Im Vorderhaus sollten sich die Stadträte einen Veranstaltungsraum für die Altstadt vorstellen. Anfangs war hier eine Durchfahrt für die Pferdekutschen, im 19./20. Jahrhundert hatte die Schlosserei Bretzel hier ihr Geschäft, um 1958 war hier der erste Supermarkt Kemptens beheimatet und später war das „Europa“, bekannt als erstes italienisches Restaurant hier untergebracht. „Hier wäre Raum für 150 Plätze“ erklärte Birgit Kata den Nutzungsvorschlag.

Bei dem „Geschichtsrundgang“ durch das Baudenkmal machte die Historikerin auf die wertvollen mittelalterlichen, kunsthistorischen Besonderheiten aufmerksam: In manchen Räumen vier Bauphasen allein aus der Renaissancezeit, ein Keller mit Bruchsteingewölbe, einzigartige Holztäfelungen, farbenfrohe, bunte Rankenmalerei, glasierte grüne Bodenziegelfliesen. Dazu komme die „einmalige mittelalterliche Bauplastik aus Sandstein“ als Eingang zum Nonnenturm. Sogar das Deutsche Tapetenmuseum sei an den Wandbeklebungen interessiert. Manche Stadträte waren überrascht von den Größenordnungen und beträchtlichen Funden. die inzwischen entdeckt wurden. Wohl die wenigsten, gab OB Netzer zu, hätten geahnt, welche Bedeutung das Haus für die Geschichte der Stadt habe. Voll der Anerkennung war er, dass alles, was hier bisher entdeckt und aus den Böden und Wänden gekratzt wurde, ehrenamtlich passiert sei.

 

Das Nutzungskonzept

Büros, Praxen und Seminarräume im 1. und 2. Obergeschoss des Beginenhauses. Im Erdgeschoss ein großer Raum für Veranstaltungen für Altstädtler. Im Nonnenturm ist ein Museum mit Objekten der Bürgerkultur in Originalräumen angedacht. Im Erdgeschoß kann sich der Förderverein ein Tagescafé vorstellen. Der marode Zwischentrakt zwischen Beginenhaus und Nonnenturm wird durch einen Neubau mit Lift, Treppen, Sanitärkomplex und Haustechnik ersetzt. Die Dachgeschosse bleiben ungenutzt.

Die Finanzierung neben öffentlichen Fördergeldern: Nach Ansicht des Verein könnte man mit den Eintrittsgeldern fürs Museum und Mieten Geld erwirtschaften, um die Sanierung mit zu finanzieren.

 

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Allgäuer Zeitung.

 

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8. August 2007