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Förderverein steht in den Startlöchern

Sanierung des historischen Beginenhauses soll bald beginnen
[Allgäuer Zeitung, 3. November 2005, S. 27]

Kempten (raf). Nach längerer Warteschleife kommt wieder Bewegung in die Sanierung des historischen Beginenhauses in der Burgstraße. Vor kurzem wurde mit ersten Notsicherungsmaßnahmen begonnen. Und auch der Auftrag für das umfangreiche Gutachten – Voraussetzung für eine denkmalgerechte Sanierung des stadtgeschichtlich bedeutsamen Gemäuers – soll möglichst bald vergeben werden. Wie mehrfach berichtet, ist vorgesehen, dort Räume für Beratungsstellen, Vereine und Gewerbe zu schaffen. Dabei sollen Frauen als Mieter bevorzugt werden.

„Wir stehen in den Startlöchern und es sieht gut aus, dass es jetzt bald richtig los geht“, freut sich Historikerin Birgit Kata, die Vorsitzende des Fördervereins Beginenhaus. Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, das rund 600 Jahre alte Gemäuer mitsamt Rückgebäude zu neuem Leben zu erwecken. (...)

Rund zwei Millionen Euro kostet die Sanierung, nur gut ein Viertel dieser Summe kommt voraussichtlich über Mittel von Denkmalschutz und Städtebauförderung herein. „Den stattlichen Rest müssen wir über Aktionen, Sponsoren, Stiftungsgelder und Kredite aufbringen“, so Kata. Nicht leichter machten die Sanierung in der Vergangenheit die komplizierten Eigentumsverhältnisse des Gebäudes: Noch gehört das Haus der Baufirma Dobler, die es ursprünglich sanieren sollte, jedoch kein umsetzbares Nutzungskonzept vorlegen konnte. Seit längerem ist nun geplant, den historischen Komplex ins Treuhandvermögen der Sozialbau-Tochter „die Städtebau“ zu übertragen, so wie es vor rund einem Jahr der Bauausschus beschlossen hatte.
 

Schriftliche Vereinbarung wichtig

„Das Ganze ist im Fluss und wird in absehbarer Zeit auch abgeschlossen sein“, gibt sich Baureferentin Monika Beltinger zuversichtlich. Voraussetzung sei jedoch eine schriftliche Vereinbarung zwischen „Städtebau“ und Beginenhaus-Förderverein, in dem die Rechte und Pflichten beider Seiten verankert werden. Doch auch ohne dieses Papier dürfe der Verein substanzerhaltene Maßnahmen durchführen, so Beltinger. „Schließlich wollen wir dem Verein keine Knüppel in den Weg legen.“

Zu den wichtigen Sofortmaßnahmen gehört die Entfernung moderner Zwischenwände im Dachgeschoss, um den großen Druck auf das Dachgeschoss zu mindern. „Für diese Maßnahme haben wir das nötige Geld bereits gesammelt, ebenso wie für die jüngste Dachrinnenreparatur, die vor dem Winter unbedingt nötig war“, erläutert Birgit Kata.

Größter Brocken freilich ist das Gebäude-Gutachten mitsamt Bauforschung, Sanierungsplan und Nutzungskonzept. „Ohne dieses Gutachten ist keine Sanierung möglich“, so Kata. Gesamtkosten 44 000 Euro. Zehn Prozent davon übernimmt der Förderverein. „Den Löwenanteil aber trägt das Denkmalamt, weil es das Projekt als äußerst wichtig einstuft“, unterstreicht die Vorsitzende.

 

Klicken Sie auf das Bild, um es zu vergrößernBeginenhaus in Not: Weil über eine defekte Dachrinne monatelang Wasser in das denkmalgeschützte Gebäude drang, sorgte der Förderverein jetzt für Abhilfe: Er ließ den Schaden auf eigene Kosten beheben, um über den Winter massive Gebäudeschäden zu verhindern.
Foto: Ralf Lienert

 

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Allgäuer Zeitung und des Fotografen Ralf Lienert..

 

 

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4. November 2005