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Pressemitteilung vom 19.05.06

Arbeiten im Beginenhaus Kempten gehen weiter

Nach der Zwangspause aufgrund des langen und strengen Winters laufen die Arbeiten im Beginenhaus seit Mitte April wieder auf Hochtouren. Mitglieder des Fördervereins Beginenhaus führen die Erstellung des Raumbuchs und die Fotodokumentation fort, Ingenieure und Restauratoren arbeiten weiter am notwendigen Gutachten der denkmalgeschützten Gebäudegruppe.

Als das mittelalterliche Beginenhaus-Ensemble im November 2005 wieder ins Eigentum der Stadt Kempten überging, bedeutete dies den eigentlichen Startschuss für den Förderverein Beginenhaus Kempten e.V., der ein denkmalgerechtes Sanierungs- und Nutzungskonzept für die einzigartigen Häuser entwickeln und realisieren will. Als erste Aktionen wurden im Herbst und Winter neben Aufräum- und Entrümpelungsarbeiten vor allem Notsicherungsmaßnahmen durchgeführt: Eine defekte Regenrinne wurde repariert, um weitere Schäden der historischen Bausubstanz durch eindringendes Regenwasser zu verhindern, und im Dachgeschoss wurden mehrere Zuganker zur Sicherung eingezogen. All das gerade rechtzeitig, bevor der lange und schneereiche Winter begann. Die Kosten für diese Maßnahmen wurden vom Verein getragen.

Parallel dazu wurde mit dem ersten Teil des Gutachtens begonnen, das zur Vorbereitung der Sanierungsmaßnahmen und als Grundlage aller weiteren Schritte erforderlich ist. In Absprache mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) wurden hierfür Fachleute ausgesucht und mit der weiteren Bauforschung, der restauratorischen und statischen Beurteilung sowie der Schadenskartierung beauftragt.

Auch der Förderverein selbst blieb nicht untätig und begann ebenfalls im Herbst mit der Erstellung eines umfangreichen Raumbuchs und einer ausführlichen Fotodokumentation, die jeden einzelnen Raum der Häuser beschreiben. Außerdem wurden die Arbeiten der Restauratoren und Ingenieure von Mitgliedern des Fördervereins archäologisch begleitet. Für die restauratorischen und statischen Beurteilungen waren kleine Öffnungen in Böden, Decken und Wänden notwendig. Das Material aus diesen Sondagen (z. B. Verfüllungen aus Fehlböden) wurde gesiebt und die gefundenen Gegenstände gesichert und dokumentiert. In der Vitrine im Foyer des Allgäu-Museums im Kemptener Kornhaus stellt der Verein seit Februar 2006 jeweils im Wechsel eine kleine Auswahl an Funden aus dem Beginenhaus aus. Der Förderverein unterstützt darüber hinaus die Stadtarchäologie Kempten, die Grabungen im Erdgeschoss des Nonnenturms und im Keller des Beginenhauses durchführt.

Seit April dieses Jahres werden die Arbeiten wie auch der zweite Teil des Gutachtens fortgesetzt. Dazu gehören weitere restauratorische und konservatorische Untersuchungen und Schadenskartierungen sowie die Komplettierung des verformungsgerechten Bauaufmaßes der Häuser. Die gewonnenen Ergebnisse sind Grundlage des Nutzungs- und Erschließungskonzepts, einer Kostenschätzung und des Instandsetzungs- und Modernisierungsplans. Dabei lautet das Motto des Fördervereins für die Sanierung: Die Nutzung wird den einzelnen Räumen des historischen Anwesens angepasst, nicht umgekehrt!

(Ilka Knöpfel M. A.)

» Pressemitteilung vom 19.05.06 als PDF [104 kB]

 

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19. Mai 2006
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